Über Pattaya nach Rayong und Ko Samet

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KoratCat
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Über Pattaya nach Rayong und Ko Samet

Beitragvon KoratCat » 24. Sep 2015, 13:47

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Unser Freund Fritz muss mit seiner hochschwangeren Frau nach Pattaya. Natürlich kann er von Korat aus die direkte Busverbindung nehmen, doch dann ist es mit dem Anhalten unterwegs nichts. Die Toiletten im Bus, da will ich mal höflich schweigen und das Schaukeln, wenn es die Berge rauf und runtergeht, wenn die holperigen Pisten das Kindlein im Bauch der werdenden Mutter hüpfen lassen und wenn dann noch der kleine Hunger kommt? Das sind Gründe besser mit einem Wagen zu fahren.

Da meine Frau Don noch nie das Meer gesehen hat und auch einmal Go-Go life sehen will, sind wir am frühen Morgen von Korat aus los gefahren. Solange wir noch durch den Isaan fahren, ist die Landschaft abwechselungsreich. Über die Passtrasse, die sich zwischen dem Thap Lan und dem Khao Yai Naturpark schlängelt, ist es landschaftlich sogar schön. In der Ostebene über Kabin Buri bis Pattaya ist die Landschaft bis kurz vor Pattaya eintönig und langweilig, wenn nicht gar über lange Strecken hinweg trostlos.

Trotz mehrerer kleiner Pausen, die zum Aufsuchen der Toilette eingelegt werden, sind wir schon gegen Mittag am Ziel. Ziel, das ist Pattaya Nord und hier pulsierte das Leben der hier wohnenden Österreicher, Schweizer und Deutschen. Viele ältere Farang, so wie ich einer bin und ihre jüngeren Thaifrauen, so wie ich eine habe und noch viel mehr jüngere Frauen, die gerade dem Kindesalter entwachsen sind, eilen mit ihren grauhaarigen Begleitern geschäftig an unserem Restaurant vorbei. Wahrscheinlich um in irgendeinem anderen Farang-Restaurant sich ihr Mittagessen zu ordern oder in einen der vielen Läden schnell irgend etwas einzukaufen. In Pattaya Nord ist das einfach, denn hier ist die Umgangssprache beinahe deutsch.

Trotz Rauchverbot wird uns im Restaurant sofort ein Aschenbecher auf den Tisch gestellt, so dass ich meinem Laster frönen kann. Rouladen gibt es, richtige Rindsrouladen nach deutschem Rezept. Wer beschreibt mein Erstaunen, sie schmeckten nicht nur, wie damals bei Muttern, sie kosteten auch weniger, als in anderen Städten ein kleines Schnitzelchen. 150 Baht, das ist bestimmt nicht überteuert. Es ist Juli, Nebensaison und ein Farang Restaurant neben dem anderen. Da sind die Inhaber froh überhaupt Gäste zu haben.

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Unsere Unterkunft ist in einem Gästehaus. Frank betreibt es schon einige Jahre. Auch bei ihm ist Nebensaison, 600 Baht kostete das Zimmer. Etwa 400 Meter sind es von dort aus bis zum Meer. Weil ich mir einen Wadennerv eingeklemmt habe, geht es humpelnd unter Schmerzen dort hin. Da angekommen strahlt Don. Das Meer, sie sieht jetzt zum ersten male in ihrem Leben das große Wasser. Ich sehe auch. Einen winzigen Strand, Bauschutt, eine Essbude, einige herumstreunende Köter und riesige weiße Wohntürme, zwischen denen sich weitere im Bau befindliche Wohnsilos gen Himmel strecken.

Am Abend geht es dann auf die Meile. So etwas hat Don auch noch nie gesehen. Mühsam humpele ich mit meinem schmerzenden Bein bis zur ersten Go-Go-Bar oder was auch immer das für ein Ding ist. In der ersten Abteilung bewegen sich einige junge Frauen, zart bekleidet, jedoch ziemlich müde im Takt der Musik. Don staunt mit großen Augen. In der nächsten Abteilung ist die Bekleidung der hier noch etwas jüngeren Mädels entsprechend ihrem Alter noch zarter. Hier sitzen einige Männer und erfreuen sich an den strammen Beinchen, die in Höhe ihres Kopfes schwingen und offensichtlich dazu animieren, den Blick dahin zu wenden, wo sie normalerweise in einem duftigen Höschen verschwinden.

Als Don in dem Dämmerlicht erfasst, was hier dargeboten wird, versteinert sich ihr Gesicht blitzartig zu einer Maske. Ihr Bedarf an Amüsement ist umgehend gestillt und sie will nur noch eins, weg hier und das so schnell wie möglich. OK, in Anbetracht meiner Schmerzen, die mir mein lädierter Nerv beschert, bin ich nicht traurig, als wir eine halbe Stunde später wieder in unserem Gästehaus sind.

Pattaya ist für Don erledigt. Um ihr jedoch auch eine andere Seite zu zeigen, begeben wir uns am nächsten Morgen ohne unseren Freund und seine Frau auf eine Erkundungsfahrt. Zuerst landen wir in Sattahip und als uns da außer einigen Booten der Marine nichts Sehenswertes ins Auge fällt, fahren wir weiter in Richtung Rayong.

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An der Stadtgrenze von Rayong fällt mir ein Wegweiser ins Auge. Lam Charoen Beach lese ich und biege von der Hauptstraße ab. Nach etwa 2 km erblicken wir eine bunt geschmückte aber doch grausliche Statue, die ihren Rücken zum Meer wendet. Es ist irgendein Heiliger, der mit einem ausgestreckten Arm nach rechts, in Richtung der Innenstadt weist.

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Ich fahre demonstrativ nach links, denn hier stehen einige Hotels, die recht ansehnlich sind. Dabei stelle ich mir vor, hier zu buchen und von einem der oberen Stockwerke einen schönen Ausblick auf das Meer zu haben. 3.600 Baht pro Nacht hindern mich aber daran, hier ein Zimmer zu nehmen.

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Hätte ich doch besser dem ausgestreckten Arm des Heiligen folgen sollen? Jawohl, ich fahre in diese Richtung und schon nach hundert Meter finden wir eine hübsche Bungalowanlage mit Gästehaus und Pool, wo die Übernachtung 600 Baht kostet.

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Nur wenige Meter trennen uns vom Strand, der teilweise mittels aufgeschütteter Steine vor der gefräßigen Brandung geschützt ist. Don gefällt es hier, also ziehen wir ein.

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Liap Chai Fang Road heißt hier die Uferpromenade vor dem Hotel, die von einem trüben Flüsschen von der eigentlichen Stadt getrennt ist. Es ist nicht luxuriös hier, doch die Promenade und die Uferregion sind einigermaßen sauber.

Etwas später unternehmen wir eine Erkundungsfahrt längs dem Wasser. Draußen sehen wir kleine Fischerboote und einige größere Tankschiffe vor Anker, die hier anscheinend auf Order warten. Wir passieren dabei einige kleine Verkaufsbüdchen und dann ist Schluss.

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Hier mündet der kleine Fluss, der stolz Rayong-River genannt wird, ins offene Meer und auf ihm schippern einige kleine und sogar größere Fischerboote. Wir sind am Fischereihafen von Rayong angelangt. Der liegt nicht am offenen Meer, sondern durch eine natürliche Landzunge geschützt parallel zum Meer direkt beidseitig an diesem kleinen Flüsschen.

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Da es jetzt schnell dunkel wird und wir zudem hungrig sind, verschieben wir die Hafenbesichtigung auf den nächsten Tag. Stattdessen entern wir einen Tisch in dem hier stehenden Seafood-Restaurant und lassen uns die Köstlichkeiten des Meeres schmecken. Doch vorher will Don noch aufs Bild und selbstverständlich muß sie ein Fischeboot im Hintergrund haben.

Don ist satt, Don ist am Meer, Don hat eine schöne Bleibe für die Nacht, Don ist zufrieden. Am folgen Morgen gibt es ein Missverständnis. Ich möchte sehen und erleben, wo und wie der Fang angelandet und verkauft wird. Don fragt also unser Hauspersonal, wo man Fisch sehen kann. Etwa 20 km fahren, bedeutet sie mir und wir fahren. Als wir die Stadtgrenze von Rayong in östlicher Richtung passieren, muss ich schmunzeln. Da steht nämlich kein Hinweisschild für einen weiteren Fischereihafen, sondern ein solches, welches auf ein Meeresaquarium der Provinz Rayong hinweist. Aha!

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Macht nichts, wir fahren hin. Nur ist das Aquarium nicht in Rayong, sondern in dem kleinen Ort Ban Phe und diesem Städtchen ist das Inselchen Ko Samet vorgelagert. Raten Sie mal was passiert. Richtig geraten. Mit Mühe und Not erreichen wir gerade noch die Fähre, die um 9.50 ablegt und uns um 16.30 wieder abholen kann. Don hat ihren Ausflug aufs Meer. Zwar ist sie ängstlich und zögert etwas den alten Kahn zu besteigen, doch ihr Unternehmungsdrang trägt den Sieg davon.

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Ko Samet, das ist ein etwa dreieckiges Inselchen, ein Meeresschutzgebiet und liegt etwa 6,5 km vom Festland entfernt.

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Etwa eine Stunde fahren wir und sehen schon von weitem die schönen Sandstrände dieser Insel.

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Die Fähre stoppt in einer Bucht und wir werden, so ähnlich wie auf Helgoland, die letzten Meter mit einem Flachboot bis zum Ufer gebracht.

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Als wir die letzten Meter barfuss durch die auslaufende Brandung waten, werden wir schon freundlich erwartet. Erwartet? Ja, hier nimmt uns ein uniformierter Wachmann der königlich thailändischen Meeresschutzbehörde der Marine in Empfang und will kassieren. Don soll 40 Baht bezahlen, ich dagegen 400 Baht Eintritt locker machen. Aus Erfahrung in ähnlichen Situationen klug geworden, zeige erst einmal meinen Thaiführerschein vor und palavere. Ich fühle mich nämlich als ein hier in Thailand Ansässiger armer Rentner und nicht als reicher Tourist. Ich bedeute das dem jetzt gar nicht mehr freundlich lächelnden Geldschneider. Kein Tourist, kein teuerer Eintritt. Für mich ist diese Bestimmung nicht gültig, also darf er von mir auch nur 40 Baht Eintritt verlangen.

Don ist ob meiner Argumentation genau so sauer, wie der Beamte. Doch da dieser sich nicht mit mir streiten mag, er ist ja immerhin ein ganz besonders höflicher Thai, erhalte ich mein Ticket für 40 Baht. Da ich mich wegen meines immer noch schmerzenden Fußes den ganzen Tag über auch nur innerhalb dieser Bucht aufhalte, ist das ja auch genug. Denke ich.

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Ko Samet ist eine bewaldete Insel mit überwiegend felsiger Uferregion. Nur am Nord- und Westrand gibt es vereinzelte Buchten, in denen man auf einen wunderbar feinen Sandstrand trifft. Hier kann man schwimmen, sich sonnen und auf das blaue Wasser schauen. Hier kann man aber auch in kleinen Bungalows wohnen und sich in den vielen Restaurants beköstigen lassen.

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Alles was hier zum Leben erforderlich ist, wird mit der Fähre vom Festland heran geschafft, sogar das Trinkwasser. Für mich nicht verwundelich, der Schlauch, mit dem das Wasser ans Land gepumpt wird, ist an vielen Stellen undicht. Der Transsport schlägt sich natürlich in den Preisen nieder. Sogar bei der Toilettenbenutzung. Das ist sogar mir verständlich, doch warum eine Übernachtung das Mehrfache dessen kostet, was wir in Rayong bezahlen, ist mir etwas rätselhaft. Na ja, Tourist Farang hat ja genug Geld.

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Da ich an diesem Tag nur eine Bucht von mehreren auf Ko Samet gesehen habe, vermag ich keine Wertung über diese Insel abzugeben.

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Hier in dieser Bucht gibt es einen wunderbaren Strand mit zwei abgeteilten Badestellen.

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Hier gibt es noch keine größeren Hotels, die an anderen Stellen schon stehen sollen. Kleine Restaurants mit Liegestühlen und Sonnenschirmen dominieren und viele wandelnde Händler lassen erkennen, dass es heute nichts mehr ist, mit der traumhaften und einsamen Insel.

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Weil es Don gefallen hat, werden wir aber sicher noch einmal für mehrere Tage hier her kommen.

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Dass aber mit der Gewissheit, unseren Aufenthalt jederzeit mit der Abfahrt der nächsten Fähre beenden zu können.

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Am nächsten Tag kommen wir nun endlich dazu uns das große Meeresaquarium in Ban Phai anzusehen.

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Nur wenn man in der Gegend ist und so etwas noch nie gesehen hat, lohnt sich der Besuch. Ansonsten….?

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Auch der Besuch des bunten Marktes an den Anlegestellen der Fähren in Ban Phai ist nur unter der Prämisse interessant, wenn man schon eh einmal hier ist.

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Zu guter letzt unseres Kurzurlaubes schaffen wir es dann auch noch uns in dem Fischereihafen Rayongs umzuschauen. Hier und an den Verkaufsständen an der Seepromenade von Rayong gewinnen wir im Zusammenhang mit den vielen kleinen Fischerkähnen, die Tag und Nacht direkt vor dem Strand kreuzen, einen Eindruck von dem harten Leben der kleinen Leute, die vom Fischfang leben.

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Vielleicht sind wir kurz vor 12 hier gewesen, denn die Fischbestände im Golf von Thailand gehen wegen Überfischung rapide zurück.

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Diese Situation wird lauthals beklagt und trotzdem fangen die Küstenfischer Tag für Tag tonnenweise kleine Jungfische, die in der Sonne getrocknet, im ganzen Land als Delikatesse verkauft werden, bevor sie zum Laichen kommen.

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Zum Abschluss unseres Kurzbesuches in Rayong verfahren ich mich noch gründlich und entdecke inmitten eines sumpfigen Mangrovenhains ein schneeweißes Chedi.

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Angeblich soll es an der Stelle stehen, wo man einst diese Stadt gegründet habe. Ob das der Wahrheit entspricht, ist von mir nicht nachprüfbar, doch ist es ein schönes Fotomotiv und der Stolz aller Bewohner dieser Stadt.

Gepostet von Werner Schwalm (†2012) am 06 Jul 2008 15:18

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