Visum verlängern durch Grenzgang nach Laos (Visa-Run)

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Visum verlängern durch Grenzgang nach Laos (Visa-Run)

Beitragvon KoratCat » 5. Okt 2015, 20:52

Wenn man, so wie ich, ein Visum der Kategorie - O - hat, mit mehreren Einreisen, bekommt man ein Jahr lang bei jeder Einreise nach Thailand ein neues Visum für 90 Tage. Das bedeutet nach 90 Tagen muss man aus- und wieder einreisen und hat neue 90 Tage. Die Ausreise ist eine Formalität um die entsprechenden Stempel im Pass zu haben und braucht nur Minuten zu dauern. Dafür gibt es organisierte Touren an die Grenzen mit denen alles an einem Tag erledigt ist, den sogenannten Visa-Run.

Da wir aber ein Auto haben und uns nicht beeilen müssen, machen wir jeweils eine kleine Urlaubs-Fahrt in ein anderes Land, dies Mal nach Laos in die Hauptstadt Vientiane. Das ist von Korat aus ca. 400 Kilometer weit. Die Grenze dort bildet der Mekong. Auf der Thaiseite ist Nong Khai, nette Kleinstadt am Mekong. Über den Fluss führt die Thai-Lao-Freundschaftsbrücke.

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Sofort bei den ersten Metern hinter der Grenze merkt man, Laos ist anders. Denn dort ist Rechtsverkehr. Und sie sind Kommunisten oder so. Das verwundert einen, denn so eine Ansammlung von Luxusautos wie in Vientiane sieht man selten. Vom Lamborghini bis Porsche etc. ist alles vertreten. Aber man sieht auch viele Automodelle, die es in Thailand nicht gibt.

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Allgemein gibt es viele Waren zu kaufen, die man in Thailand vergeblich sucht, zB. Heizlüfter. Und Tauchsieder. Ich liebe Tassentauchsieder für Kaffee im Hotelzimmer. Angeblich soll alles viel billiger sein in Laos. Das habe ich aber nicht festgestellt, Zigaretten vielleicht. Hotelzimmer sind teurer. Ich achte nicht auf Preise. Denn ich kaufe eh immer nur, was ich unbedingt brauche: Benzin, Nahrung und Kondome.

Ganz anders meine Frau. Sie hat vier flauschige Decken gekauft. Weil die in Laos flauschiger sind und billiger und wärmer angeblich. Obwohl ich sie darauf hingewiesen habe, dass wir jetzt einen laotischen Heizlüfter haben und keine Decken mehr brauchen. Man macht halt was mit in einer multikulturellen Beziehung.

Ich konnte aber durch einen kleinen Scherz verhindern, dass wir ins Kasino gegangen sind. Das hat mindestens 2500 Baht gespart. Ich weiß nämlich wie das da läuft im Kasino, denn wir waren in Burma zwei Mal drin. Zuerst verspielt sie ihre Jetons für 1000 Baht. Dann verspielt sie meine Jetons für 1000 Baht. Und dann guckt sie mich mit einem Blick an, der bedeutet: wenn du mir jetzt nicht nochmal Geld gibst, dann bist du schuld, dass wir arm bleiben, und dann gebe ich ihr nochmal 500. Danach mache ich mich dann stramm und sie redet bis zum nächsten Deckengeschäft nicht mit mir. Das ist mir aber egal dann.

Das Kasino in Laos ist gleich hinter der Grenze. Deshalb fahren die Thais in Scharen mit Bussen etc. da rüber, weil Kasinos in Thailand verboten sind. Wie wir also an die Tür vom Kasino kommen, da starren mich da sechs thai-laotische Türwärter-Mafiagesichter an. Man konnte nicht ins Kasino hineinschauen. Ich war etwas verwirrt, wollte einen Scherz machen und fragte: „Meine Frau möchte gerne reich sein, sind wir da hier richtig?“

Unter den Türwärtern entstand eine Diskussion, ob wir da richtig wären. Denn Ironie kennen sie nicht. Ich habe dann nicht gewartet, bis sie sich geeinigt haben und bin lieber abgehauen. Denn es sah so aus, als ob sie die Tür nicht vor Eindringlingen schützen sondern vor welchen die raus wollen. Das hat meine Frau zum Glück genauso empfunden.

Der normale Thai fährt allerdings nicht mit seinem Auto nach Laos. Das geht nicht, wurde mir erklärt. Deshalb gibt es ab 500 Metern vor der Grenzstation auf Thaiseite riesige bewachte Parkplätze, wo die Thais ihre Autos abgeben. Man kann bis direkt vor die Grenzgebäude fahren und dort noch einen U-Turn machen und auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Parkplatz suchen, wenn die Parkplätze auf der anderen Seite voll sind.

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Warum das für einen normalen Thai nicht geht, mit seinem Auto nach Laos fahren, das wurde mir später klar, - er hat ja keine Autopapiere, denn die hat ja die Bank! Ich hätte also locker nach Laos gekonnt mit meinem Auto. Wir haben es aber auch abgegeben. 50 Baht am Tag.

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Vom Parkplatz gibt es oft einen Bring-Dienst bis zu den Grenzgebäuden. Wir sind aber zu Fuß gelaufen 200 Meter, weil wir nicht warten wollten und wenig Gepäck hatten.

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Die Ausreise aus Thailand ist völlig unproblematisch. Man stellt sich an einem der Schalter an. Es gibt sogar einen für Visaüberschreitung, so genannter Overstay. Thailänderinnen, die mit Reisepass ausreisen, müssen einen Aus- und Einreise-Zettel (Arrivel- und Departure Card) ausfüllen. Die Departure Card, (Farangs haben ja eine und brauchen nichts ausfüllen), nehmen sie aus dem Pass und knallen den Ausreisestempel rein. Thaipersonen mit Personalausweis können auch raus, müssen aber verschiedene Papiere ausfüllen. Wo man die kriegt, habe ich leider nicht mitbekommen.

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Dann geht es weiter zum Bus. Man löst eine Fahrkarte für 50 Baht, um mit dem Bus über die Freundschaftsbrücke zu fahren. Laufen geht nicht.

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Dann kommt die Laos-Einreise.

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Da gibt es Folgendes zu beachten. Man braucht ein Passbild, 1300 Baht oder 30 Dollar und zwei ausgefüllte Zettel. Die Zettel zum Ausfüllen muss man sich am Schalter 2 holen. Dann ausfüllen und am Schalter 1 anstellen. Da gibt man Pass, Geld und Zettel ab. Der Pass kommt dann mit eingeklebtem Visum an einem Fensterchen auf der Seite wieder raus. Dann ist man in Laos.

Man kann zum Ende des Gebäudes laufen, da links um die Ecke und wieder ausreisen.

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Dann geht es zurück wieder mit dem Bus nach Thailand über die Brücke. Vor der Einreise nach Thailand muss man eine Ein und Ausreisekarte ausfüllen. Der Ausreiseteil bleibt dann im Pass. Nach dem Einreise-Stempeln gibt es noch eine Zollkontrolle. Da haben sie meiner Frau die vier Decken kontrolliert. Die waren so dick und flauschig, wer weiß!?

Wir haben uns aber auf der Laosseite von einem der vielen Helfer und Taxifahrer ansprechen lassen und uns nach Vientiane ins Hotel bringen lassen. Das kostet ein paar Hunderttausend oder so. Man muss sich an große Zahlen gewöhnen, denn das Lao-Geld, der Kip, ist wenig wert. Ein Kaffee kostet 10 000 oder so.

Das Hotel war nicht billig. In der Halle musste man die Schuhe ausziehen, wenn man aufs Zimmer wollte. Da waren so Aufbewahrungsständer. Aber was ist mit den Schuhen im Gepäck, wenn man mal wechseln will, soll man dann mit den Schuhen in der Hand runter in die Halle laufen? Kurios!

In Vientiane gibt es eine Promenade entlang vom Mekong mit Restaurants und Kneipen und einem Abendmarkt.

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Auf der Promenade am Ufer steht auch der laotische Friedens-Soldat und reicht den Thais die Hand über den Fluss rüber.

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Drüben ist das Thai-Ufer

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Auf Frauen aus Korat sind die Laoten eigentlich nicht gut zu sprechen. Hat doch unsere Stadtheilige damals listig veranlasst, dass eine ganze Anzahl von denen ihren Soldaten in Korat abgemetzelt wurden, weshalb wir sie immer noch verehren.


In der Stadt gibt es einen Markt in einem riesigen Gebäude, drinnen mindestens 10.000 Läden oder so. Da gibt es alles in Original und Fälschung, Kleider, Handys, Sonnenbrillen, Taschen und so. Wenn man was sieht und haben will, sollte man es sofort kaufen, denn den Laden wiederfinden geht nicht in dem Gewühl da drin.

Nachtleben gibt es auch. Da waren wir aber nicht. Sonst ist mir nicht besonders viel aufgefallen an Sehenswürdigkeiten. Sie haben da noch so ein Tor, eine Art Triumpfbogen, da sollte man ein paar Fotos machen, als Beweis, dass man da war, sozusagen.

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Gepostet am 1. Feb. 2014 um 9:38 Uhr von Jogi

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