Volksfeste bei der Lady Mo (2008)

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Volksfeste bei der Lady Mo (2008)

Beitragvon KoratCat » 17. Okt 2015, 13:53

Ya Mo im Jahreslauf. Hier entsteht eine Zusammenfassung über alle nennenswerten Veranstaltungen, die im Jahresablauf rund um das Momnument der Volksheldin Thao Suranaree stattfinden.


Das Suranaree-Festival

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Sonntag der 23 März 2008. In der christlichen Welt wird Ostern gefeiert, in Nakhon Ratchasima/Korat beginnt an diesem Tag das jährliche Suranaree-Festival, welches 12 Tage später, am 3. April endet. Heute ist es nicht ganz so heiß, wie in den letzten Tagen, an denen das Thermometer bis an die 40 Grad geklettert ist. Die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten laufen schon einige Tage. Die Stadttore sind mit bunten Lämpchen geschmückt, vor dem Rathaus haben bereits unzählige fahrende Händler ihre Stände aufgebaut und verkaufen alles was man sofort essen kann, was man im Haushalt, in der Küche, auf und am Körper, für die lieben Kinder und was weiß ich noch, alles gebrauchen könnte.

Zwar ist unter dem Angebot viel Ramschware, doch alles ist etwas billiger, als in den Kaufhäusern und vor allen Dingen, es ist alles so schön bunt durcheinander. Diese Symbiose aus kunterbuntem Angebot, wo direkt neben dem Stand mit Toilettenartikeln auf Holzkohlefeuer Würstchen gegrillt werden, deren abtropfendes Fett direkt auf die Glut trifft und beißender Qualm in die Nasen steigt, wo neben dem Stand mit dem getrockneten Fisch ein Bäcker vergeblich versucht mit dem Frischegeruch seiner Backwaren, den herüber wehenden Duft der doch so ganz anders duftenden Fischlein zu übertreffen, da macht das Einkaufen Spaß und das Sehen, gesehen zu werden, sich umschauen und ein Schwätzchen zu halten, macht noch mehr Vergnügen.

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Die Attraktion dieses Tages ist jedoch die am frühen Abend beginnende Parade vor dem Monument de Ya Mo, wie die Nationalheldin Thao Suranaree des Isaan von der Bevölkerung genannt wird.

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Gegen 16 Uhr schaffe ich es noch soeben im Parkhaus des nahe gelegenen Kaufhaus Klang Bazar ein Abstellplatz zu erwischen. Die links und rechts neben der Statue der berühmten Frau aufgestellten Polsterstühle lassen bereits erahnen, dass hier zu einem späteren Zeitpunkt illustre Gäste erwartet werden. Zu diesem Zeitpunkt sind die Plastikstühle für die Bevölkerung direkt an der Thanon Ratchadamnoen, wie die Straße benannt ist, auf die der Blick der Statue gerichtet ist, bereits besetzt. Nicht übersehbar sogar ein Farang, der sich ob seines bunten T-Shirts und kurzer Hose einer allgemeinen kritischen Betrachtung unterziehen muss.

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Polizisten stolzieren mit wichtigen Gesichtern am Ort des Geschehens auf und ab, kontrollieren die Absperrungen, bedeuten den langsam vorbei fahrenden Autos den Verkehr nicht aufzuhalten und beziehen laufend wichtige Informationen über ihr Sprechgerät.

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Langsam sammeln sich jetzt auch an der anderen Straßenseite die Zuschauer. Als eine Motorradeskorte mit Blaulicht und Sirene anhält, geht ein Ruck durch die wartende Menge. Die Nahe stehenden Polizisten salutieren, Prominenz steigt aus und eilt in die, neben der Statue neu erbaute offene Halle, wo weitgehend unbemerkt, bereits 11 Mönche Platz genommen haben. Weitere honorige Herren treffen ein, die sämtlich traditionell, der alten Landestracht nachempfunden, in seidenen Jacketts gekleidet sind.

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Gegen 17 Uhr beginnen die Mönche zu rezitieren. Die ihnen gegenüber sitzende Honoration der Stadt erhebt die Hände und lauscht mit feierlicher Mine dem auch ins Freie übertragenen Sprechgesang. Einige der wartenden Menschen lauschen ebenfalls gebannt und ich armer Tropf verstehe nicht ein einziges Wort.

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Gegen 18 Uhr sperren die Polizisten jeglichen Verkehr. Fernsehkameras werden in Stellung gebracht, Beleuchter besetzen ihre Position und Fotografen halten eifrig nach fotografierens werten Objekten Ausschau. Die werden jetzt laufen in Begleitung von Polizeieskorten vorgefahren. Die festlich in Seige gekleideten und mit edlem Schmuck behängten Frauen der Prominenz treffen ein und während sich die Mönche entfernen, entern die Herren und Damen die Polsterstühle neben der heute zu gedenkenden und ehrenden Staue der Thao Suranaree.

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Langsam bricht die Dämmerung herein. Ohne Unterlass ertönt schon seit geraumer Zeit abwechselnd die Stimme von drei Sprechern, die fortwährend aus dem Leben von Ya Mo und deren Heldentat vor etwa 170 Jahren berichten. Denke ich wenigstens, den immer wieder höre ich deren Namen in Verbindung mit der Stadt Nakhon Ratchasima.

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Fast unbemerkt hat sich inzwischen der Festzug aufgestellt und wartet und wartet. Die vielen Zuschauer warten ebenfalls geduldig. Scheinbar bin nur ich der einzige Ungeduldige, denn mir fehlt jede Information, warum gewartet wird. Nach etwa einer halben Stunde löst sich das Rätsel. Jetzt trifft der Bürgermeister der Stadt mit seiner Frau ein, der vielleicht beruflich aufgehalten wurde, oder weil das funkelnde Kleid seiner Frau nicht rechtzeitig fertig war. Er wird mit lautem Beifall begrüßt, Blitzlichter zucken durch die jetzt herrschende Dunkelheit, ein offizieller Vertreter der Stadt hält eine kurze Ansprache und die Parade beginnt.

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Zwei festlich gekleidete junge Frauen tragen stolz und immerwährend lächelnd ein Transparent hoch über sich, eine hinter ihnen marschierende Kapelle spielt auf und dann erscheint der erste Festwagen. Er ist der kürzlich im Alter von 84 Jahren verstorbenen Prinzessin Galyani, der im ganzen Land beliebten Schwester von König Bhumibol, gewidmet.

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Langsam, ganz langsam fährt er bis vor das Standbild von Ya Mo und hält dort an. Schweigend schaut die Menge zu, wie einige junge Frauen von diesem Wagen steigen und beim Einsetzen einer traurig klingenden Melodie zu Ehren der zwei großen Frauen dieses Landes zu tanzen beginnen. Dabei sehen sich beide Bildnisse an, als ob sie in diesen Minuten Zwiesprache miteinander halten würden. Ergriffen hören die Menschen zu, sehen, welche Huldigung hier dargebracht wird und mancher der Anwesenden wischt sich verschämt ein Tränchen von den Wangen. Selbst ich, ein Fremder in diesem Land, bin ergriffen und habe in diesen wenigen Minuten einen tiefen Blick in die Seele der thailändischen Menschen tun dürfen.

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Der Festzug geht weiter. Fast alle Bezirke, die der Provinz Nakhon Ratchasima angehören, haben zu Ehren der großen alten Dame einen festlich geschmückten Motivwagen oder eine Fußgruppe entsandt, die Besonderheiten ihrer Region mit sich führen. So Zeigt der Wagen aus Phimai ein Abbild des dortigen Khmer-Tempels und der Wagen aus Pak Thong Chai bunte Erzeugnisse aus der dortigen Seidenproduktion.

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Alle Wagen und Gruppen halten vor dem im hellen Scheinwerferlicht angestrahlten Standbild an und fast immer erweist eine festlich gekleidete Tanzgruppe der großen Frau seine Referenz.

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Zum Schluss des Festzuges erfolgt die Huldigung der hier geborenen Volksheldin durch die Stadt Korat. Sie hat in diesem Jahr auf einen prächtigen Festwagen verzichtet und statt dessen 500 ihrer Frauen aufgeboten, die jetzt in mattgelber Seide gekleidet, barfuss in langen Reihen vor ihrer verehrten Schutzheiligen Aufstellung nehmen. Wer die Frauen jetzt genau betrachtet, bemerkt, dass nicht nur der Schnitt ihrer Kleider, sondern auch die hoch gebundenen Haare, ja sogar die Blume, die darin als Zierde steckt, genau dem der verehrten Frau nachempfunden ist.

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Von einer Abordnung aus ihren Reihen begleitet, hält alsdann eine der Frauen eine kleine Ansprache, der alle Menschen gebannt zuhören. Dann ertönt Musik und alle 500 Frauen, die auch im Alter etwa dem der Ya Mo auf ihrem Sockel entsprechen, huldigen Ihrer Schutzpatronin mit einem langen Tanz, den sie mit gesenktem Kopf auf den Boden liegend, unter tosenden Beifall beenden.

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Die Huldigung endet mit einer kleinen Dankesrede. Dann endet die heutige Veranstaltung mit einem, bei solchen und ähnlichen Gelegenheiten in Korat üblich, sprühenden Feuerwerk.

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Der Wachsfigurenumzug 2008 in Korat

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In Korat rollen am Khao Pansa, dem Tag, an dem die dreimonatige Fastenzeit der Mönche beginnt, gegen 9 Uhr vormittags so an die 50 große und viele kleine Prunkwagen durch die Stadt.

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Bereits am vorherigen Feiertag, dem Asalha Bucha, nehmen die Motivwagen mit ihren Wachsfiguren vor und hinter dem Denkmal von Ya Mo Aufstellung.

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Wachsfiguren? Nein, riesige Monumente aus Kerzenwachs stehen dicht gedrängt auf den Fahrzeugen. Man muss manchmal lange suchen, bis man den Kopf des Fahrers irgendwo inmitten der gelben Figuren aus der religiösen Mythologie entdeckt.

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Bis an die vier Meter ragen die Drachenköpfe, Kerzen und Statuen in Höhe. Deshalb laufen bei jedem Fahrzeug immer hilfreiche Männer, die mit langen Bambusstangen, die zu tief verlegten Strom- und Telefonleitungen anheben, damit die Figuren und die Leitungen nicht miteinander in Konflikt kommen.

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Don und ich haben uns verspätet. Als wir ins Zentrum kommen, kommt uns in der Ferne schon der Umzug mit den ersten Fußgruppen entgegen. Polizisten leiten uns um und wir sind froh bei dem großen Andrang der heranströmenden Fahrzeuge noch einen Parkplatz zu finden.

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Ja, die Einheimischen aus Nah und Fern sind heure Frühaufsteher. Sie kommen schon beim Sonnenaufgang und entern die besten Plätze. Sie kommen sogar aus den umliegenden Städten und Ortschaften, denn sie wollen auch ihren Wagen sehen, der im Wat ihres Ortes gebaut wurde und sich hier präsentieren darf. Man merkt es, sobald ihr Wagen an ihnen vorbei rollt, erfasst sie eine riesige Begeisterung und der Beifall verklingt erst wieder, wenn der nächste Prunkwagen an anrollt.

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Manchmal stoppt der Zug. Dann stellen Väter und Mütter ihre Kinder vor so einem Wagen und es wird fotografiert, was durch die Linse geht. Noch bei keinem der vielen Festzüge in Korat habe ich so viele Knipser gesehen, wie an diesem Tag. Die Bildeinfanggeräte reichen von der Videokamera über Profi- und Digitalkameras, bis zum Fotohandy. Letzteres hat fast ein jeder und alles wird fleißig benutzt.

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Fast alle Wagen die an uns vorbei rollen sind rundherum mit Mosaikreliefs verkleidet. Natürlich sind die auch aus gelbem Wachs. Aus Kerzentalg. Wahrscheinlich wird das Material in den Klöstern gesammelt, um daraus die hübschen Figuren herzustellen.

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Ein etwas sarkastischer Gedanke geht mir durch den Kopf. Kleine Klöster, kleine Figuren und kleine Wagen. Große Klöster können größere Wagen mit größeren Figuren nach Korat schicken und die schönsten Wagen der größten Klöster dürfen dann noch einige Tage auf dem Parkplatz des großen Supermarktes The Mall besichtigt werden.

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Es ist heiß heute. Vor lauter Eifer beim Fotografieren merke ich solange nichts davon, bis Don mich auf mein durchnässtes Hemd weist und mich anhält nicht mehr durch die Sonne zu laufen.

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Ja, es ist ganz schön warm und dann vermeine ich an den Wachsfiguren zu sehen, dass sie auch schwitzen. Spinne ich nun, oder was? Nein, ich bin noch ganz normal. Was ich da auf den Figuren sehe, ist tatsächlich herab laufendes Wasser und das bringen dienstbare Geister eifrig mit Sprühgeräten auf die Wachsfiguren, damit sie sich bei der Hitze nicht auflösen.

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Mit dem Umzug alleine ist es nicht getan. Schon einige Tage vorher haben dienstbare Geister rund um das Denkmal von Ya Mo an die hundert Pavillons aufgebaut. In einigen stehen Stühle zum Ausruhen, in anderen werden die nicht weg zu denkenden Leckereien und Getränke angeboten und in anderen versuchen Händler ihre bunten Waren zu verkaufen.
Eine Kapelle mit traditionellen Musikinstrumenten spielt auf, deren musikalische Darbietung, von Lautsprechern übertragen, die musikalische Untermalung liefert.

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Etwa zwei Stunden lang bewegt sich der Umzug durch die Straßen der Stadt. Dieser Wagen, auf dem der amtierende Ministerpräsident und einige seiner Minister rudernd dargestellt sind, erregt besondere Aufmerksamkeit.

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Aus einer Nebenstraße gesellen sich unterwegs kleinere Wagen mit lustigen Elementen hinzu und sogar bunt gekleidete Tanzgruppen mit fahrbaren Musikmaschinen dürfen sich in den Zug einreihen.

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Gaudi hoch drei herrscht auf den mit Menschen voll gepfropften Bürgersteigen und noch lange nachdem der Umzug vorbei ist, schlendern die Menschen in der Parkanlage bei Ya Mo umher, essen etwas, trinken etwas und kaufen etwas.

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Dann verläuft sich die Menge. Doch viele Menschen kommen am Nachmittag zurück, einschließlich der Langschläfer, die den Zug am Vormittag verpasst haben.

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Die großen Prunkwagen haben wieder vor und hinter Ya Mo Aufstellung genommen, damit sie gebührend bewundert werden können.

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Jetzt stehen vor jedem Wagen kleine mobile Tempelchen jeweils mit einer Spendenbüchse, damit die Besucher ihre Begeisterung in Form von Scheinen und Münzen kundtun können.

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Ich komme in aller Ruhe dazu, noch einige schöne Details festzuhalten. Alles was sehenswert ist zu fotografieren, dazu reicht die Zeit nicht aus. Und das, was ich aufgenommen habe, dazu reicht auch in diesem Beitrag der Platz nicht, um das alles zu zeigen.

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Bis gegen 20 Uhr können die schönen Wagen besichtigt werden. Dann verläuft sich die Menge und die Wagen räumen die Straßen.

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Gepostet am 5. Aug. 2008 10:50 Uhr von Werner Schwalm

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Re: Volksfeste bei der Lady Mo (2008)

Beitragvon KoratCat » 17. Okt 2015, 14:23

Das Vegetarierfest der Chinesen

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Der Legende nach hat dieses Fest in Thailand seinen Ursprung auf der Insel Phuket und geht auf das frühe 19. Jahrhundert zurück. Zu der Zeit war eine Siedlung chinesischer Minenarbeiter von einer Malaria-Epidemie betroffen. Die Ursache für dieses Unglück wurde von den Chinesen damals darin gesehen, dass einer der neun Kaisergötter aus der chinesisch- taoistischen Mythologie Besitz von den Menschen ergriffen hatte. Der Mythologie kundige Menschen empfahlen der Überlieferung nach, ein uraltes chinesisches Ritual zur inneren Reinigung des Körpers anzuwenden.

Zu diesem Zweck verzichteten die Chinesen 9 Tage lang auf tierische Nahrung, Alkohol und Sex und töteten keine Tiere. Danach klang die Epidemie aus. Seit der Zeit feiern die chinesischen Gemeinden in ganz Thailand dieses Vegetarierfest, doch nirgendwo ist es so ausgeprägt wie auf der Insel Phuket, wo es sich heute zu einer sensationellen Touristenattraktion entwickelt hat.

Dieses neuntägige Fest beginnt am ersten Tag des neunten Monats des chinesischen Mondkalenders und fällt somit meistens auf Ende September und den ersten Tagen des Monats Oktober. Meistens in weiß gekleidete Menschen ziehen dann in Prozessionen durch die Straßen der Stadt, wobei auf Podesten die neun Figuren, der auf die Erde gekommenen Götter mitgeführt werden. Vor den chinesischen Geschäften stehen rot gedeckte Tische auf denen Kerzen und Räucherstäbchen brennen, Obst ausgebreitet ist und für jede der neun Gottheit des Taoismus eine Tasse Tee steht.

Vor den chinesischen Tempeln und auf einigen öffentlichen Plätzen finden am Abend okkulte Rituale statt, bei denen junge Leute in Trance ohne sich zu verletzen über glühende Kohlen laufen, sich Nadeln durch Wangen und Zunge stecken oder auf Leitern steigen, deren Sprossen aus scharfen Klingen bestehen.

Selten fließt bei diesen Ritualen Blut, mit denen Priester und Gläubige durch die Selbstkasteiung die Macht der ihnen wohl gesonnenen Kiu Ong Iah, der neun königlichen Götter demonstrieren und ihren Glauben an sie festigen. Beim Finale dieses Festes werden um Mitternacht in einer Prozession die Götter ans Meer gebracht, wo sie unter Abbrennen eines Feuerwerks und ohrenbetäubenden Böllern in den Himmel zurückkehren.

Nach dem überlieferten Glauben prüfen die 9 Götter während dieser neun Tage die Menschen und tragen ihr Verhalten und ihre Taten in das himmlische Abrechnungsbuch ein.

In Korat und in anderen Orten Thailands wird das Vegetarierfest nicht so ausgiebig gefeiert, wie auf Phuket, doch auch hier sind die Feierlichkeiten nicht zu übersehen. Zwar wird in Korat in einigen chinesischen Tempel dieses Fest neun Tage lang gefeiert, doch auch im Umfeld der Thao Suranaree im Stadtzentrum locken viele, aus diesem Anlass errichtete vegetarische Restaurants, die Gläubigen und Besucher an, die bei ihrem Aufenthalt die neun Figuren der königlichen Götter bewundern können.

Don, die etwas bei den Chinesen in Korat nachgefragt hat, erklärt mir, dass es auch hier eine Zeremonie mit Selbstkasteiungen gibt. Die sei aber jetzt schon gewesen, da diese Zeremonie direkt zum Anfang des Festes stattfindet. Also kann ich mich da erst im nächsten Jahr etwas umsehen.

Es folgen einige Bilder, wie es in diesem Jahr bei der Thao Suranaree aussah.

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In Korat läuft alles etwas anders. Zuerst lässt man sich bei Yah Mo die Zukunft voraussagen.

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Dann geht man Blumen kaufen

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Hier wird vor Yah Mo gebetet, dass die Prophezeiung der Wahrsagung in Erfüllung geht

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Jetzt wird die schöne Dekoration mit den Himmelskönigen am Rondell bewundert

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Vor dem Standbild dieser vielarmigen Gottheit wird ein Gebet gesprochen, worauf man sich hinter das Rondell begibt.

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Hier fällt der erste Blick auf die vielen Stände, wo vegetarische Kost angeboten wird.

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Gegenüber sitzen auf Lotosblüten die auf die Erde gekommenen Himmelskönige, die den Menschen Glück bringen sollen

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Von der neunten Gottheit ist leider nur ein Bild da. Allen Gottheiten wird gehuldigt.

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Erst jetzt geht es an die mit vegetarischer Kost gefüllten Töpfe

Gepostet am 7. Okt. 2008 um 15:20 Uhr von Werner Schwalm

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Re: Volksfeste bei der Lady Mo (2008)

Beitragvon KoratCat » 17. Okt 2015, 14:47

Loy Krathong bei Yah Mo

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An vielen Stellen wird in Korat heute dieses Lichterfest gefeiert. Fast überall da, wo die Menschen an ein zugängliches Wasser gelangen, wimmelt es bei Einbruch der Dunkelheit von Menschen, die ihren Krathong auf das Wasser setzen wollen.

Vor einem Jahr war Don und ich zu Loy Krathong in einem Wat. Heute wollen wir das bunte Treiben beim Denkmal der Yah Mo im Stadtzentrum ansehen.

Es ist noch früh am Abend, als wir erst einmal zu einem Restaurant fahren. Barbecue ist angesagt. Als wir weiter fahren wollen, erscheinen vier junge Damen in festlicher Kleidung gehüllt und verteilen kostenlos hübsche Krathongs in Form von Lotosblüten. Promotion von Singha, sagt Don zu mir. Und tatsächlich, nur Gäste, die das Bier dieser Brauerei oder dessen Wasser trinken, werden mit diesem Dankeschön beglückt.

Wir haben das Wasser dieser Brauerei auf den Tisch stehen und deshalb steht auch bald so ein hübscher Krathong auf unserem Tisch. Bevor die Damen zum nächsten Restaurant aufbrechen wird natürlich noch ein Foto geschossen und dann fahren wir auch davon.

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Heute ist der 12. November und an diesem Tag haben Pauline und Moritz, die die Zwillinge meines Sohnes Geburtstag. Ich hab telefonisch angekündigt für die beiden Zwerge einen Krathong aufs Wasser zu setzen, denn wer an diesem Feiertag Geburtstag hat, dem bringt das besonders viel Glück.

Da meine Bagage in Deutschland immer begierig ist, etwas von Opa Thailand zu hören und zu sehen, will ich auch einige Stimmungsbilder machen und sie per Internet rüber senden.

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Soweit, so gut. Tausende von Menschen bewegen sich rund um die Ya Mo, um ihren bunten Krathong links und rechts auf das Wasser neben der verehrten Statue zu setzen. Es ist einfach kein Durchkommen. Doch welch ein Wunder, so wie ich mich mit meinem lädierten Fuß humpelnd der fest gefügten Menschenmauer am Wasser nähere, weicht diese zur Seite, so dass Don und ich beinahe ungehindert bis zum Wasser vordringen können.

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Farang hat mit seinem Fuß schlechte Karten, werden sie sich gedacht haben und selbst, als wir am Wasser mehr Platz benötigen, weicht die Menge zuvorkommend zurück, damit ich ungehindert einige Fotos schießen kann.

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Als das geschehen ist, geht es humpelnd weiter. Jetzt sehen wir auch hinter den vorbeiströmenden Menschen die Stände, wo man die hübschen Krathongs kaufen kann. Es sind meist junge Leute, die so ein Blumengebinde erwerben, um es dann mit brennenden Kerzen und glimmenden Räucherstäbchen auf das Wasser zu setzen.

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Doch vorher wird es mit erhobenen Händen über den Kopf gehalten, wobei ein stummes Gebet gesprochen wird. Dann wird dem davon schwimmenden Krathong noch eine Weile hinter geblickt und jeder wünscht sich, dass bald seine Wünsche in Erfüllung gehen.

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Loy Krathong, das ist ein Tag an dem man tam bun macht, gutes tut, was einem im nächsten Leben wieder zugute kommt. Deshalb kaufen viele Menschen gefangene Vögel und kleine Fischchen und geben ihnen ihre Freiheit wieder.

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Wir gehen weiter. In einem Pavillon stehen vor einem Bildnis der Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn zwei in schneeweißer Uniform gekleidete und sehr respektvoll aussehende Männer.

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Don ist entsetzt, als ich einem von ihnen meine Kamera in die Hand drücke, damit er eine Aufnahme von uns schießt. Doch der General, so nenne ich ihn in Gedanken, er lacht und sein Kollege freut sich ebenfalls. Dann wird fotografiert.

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Direkt neben der Ya Mo läuft heute auch ein Unterhaltungsprogramm. Die für die Zuschauer dort stehenden Stühle sind alle besetzt. Fünf Minuten möchte ich mich ausruhen, sich meinen Fuß von der Humpelei etwas erholen lassen, doch kein Stuhl in der Nähe ist frei.

Eine junge Frau, die wohl ahnt, in welcher Bedrängnis ich stecke, sie steht auf, verschwindet zwischen den Reihen und kommt nach wenigen Minuten mit einem Stuhl für mich zurück. Dann lächelt sie mich an und freut sich riesig, als ein Strahlen über mein Gesicht läuft.

Das bunte Treiben bei Yah Mo erstreckt sich noch über einige hundert Meter bis zur Mitrapharp Road, der großen Hauptstraße. Da für meinen Fuß aber der Tag gelaufen ist, suchen wir unseren Pick-Up, um nach Hause zu fahren.

Zwangsläufig müssen wir an dem Pavillon vorbei fahren, wo wir vor wenigen Minuten die schönen Fotos mit den zwei Uniformierten gemacht haben. Da werden wir von einigen Polizisten gestoppt, denn vor uns werden die beiden freundlichen Männer soeben durch ein Spalier weiterer salutierender Polizisten zu einer großen Karosse geleitet und fahren mit einer Motorradeskorte davon.

Hm, waren wohl doch so etwas wie Generäle.

Gepostet am 13. Nov. 2008 um 15:45 Uhr von Werner Schwalm


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