Meeresfrüchte in Korat

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Meeresfrüchte in Korat

Beitragvon KoratCat » 17. Okt 2015, 12:16

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Korat liegt zwar nicht am Meer, sondern etwa 350 km nördlich von Pattaya im Isaan, doch auch hier gibt es einige renommierte Seafood-Restaurants, die keinen Vergleich mit einem Restaurant am Meer scheuen müssen. Fische, Krabben, Shrimps und andere Meerestiere werden täglich frisch, zum Teil sogar noch lebend, von der Küste angeliefert.

Don, die mich seit einiger Zeit bei meinen Exkursionen durch die Stadt begleitet, empfiehlt mir das Number one Seafood-Restaurant von Korat. Am Abend fahren wir mit Freunden hin und ich bin über das Ambiente der Number one etwas enttäuscht. Einfache Tische mit Resopalplatten, Plastikstühle, und abbröckelnder Putz an den Wänden. Das soll das beste Seafood-Restaurant der Stadt sein?

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Der Restaurant-Manager weist uns direkt neben den fünf Fischbecken, die sich vor der offenen Küche befinden, einen Tisch an, an dem entweder die Tischbeine zu hoch oder die Plastikstühle zu niedrig sind. Wie üblich bestelle ich mir zuerst eine Flasche Chang-Beer und kann noch soeben verhindern, dass mir die Bedienung vor dem Einschenken das Glas mit Eiswürfel füllt.

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Farang, das bin ich, drink Beer, mei mie Nam Keng, also kein Wasser. Erschrocken hält die junge Frau inne und lässt es bei einem Eiswürfel bewenden. Ein Drink ohne Eiswürfel ist nämlich in Thailand undenkbar. Die umfangreiche Speisekarte ist auf Thai, enthält weder ein Wort englisch, noch deutsch. Es verlaufen sich halt recht wenige der in Korat wohnenden Ausländer in dieses Lokal, geschweige denn einige der wenigen Touristen.

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Während dessen ich mich damit herumplage was ich essen will, bestellt sich Don eine Tom Jam Pla, eine Fischsuppe und dazu noch einen selbst ausgesuchten Krebs. Letzterer krabbelt noch hinter uns an der Straße in einem Glaskasten herum.

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In den anderen Glasbecken sehe ich zu meinem Erstaunen sogar lebendige Schildkröten, Riesengarnelen von etwa 12 cm Länge, prächtige Langusten und verschiedene Arten Muscheln und Seefische auf Eis drapiert, so dass man sich seinen Fisch, den man essen will, selbst aussuchen kann. Dass das getaute Eiswasser einfach herunter tropft, über den Gehweg läuft und irgendwo in einem Gully verschwindet, ist in Thailand normal und wahrscheinlich bin ich der einzige Mensch, der sich darüber wundert.
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Ich suche aus und entscheide mich nach für einen etwa ¾ kg schweren Fisch, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Schellfisch hat. Gebraten, bzw. frittiert möchte ich ihn haben, ausgenommen und beidseitig quer 3- bis 4-mal schräg eingeschnitten, so dass man mit Löffel und Gabel später Stückchen für Stückchen genüsslich essen kann. Rustikal sieht das aus, wenn der Fisch serviert wird. Der Kopf und alle Flossen werden nicht abgeschnitten, sondern mit serviert. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn man muss beim Essen höllisch aufpassen, keine der spitzen Gräten auf den Löffel zu bekommen, mit dem man den Fisch isst.

Etwas mühselig versuche ich dem hinzu geeilten Restaurantchef meinen Wunsch klar zu machen. Don übersetzt nach bestem Wissen. Pat soll der Fisch sein, frittiert oder gebraten werden, also nicht scharf, so dass der Eigengeschmack noch vorhanden ist und nicht vor lauter Chili verschwindet. Etwas gesalzen und mit etwas Pfeffer gewürzt darf er aber sein. Barbecue, werde ich gefragt und Don antwortet irgend so etwas, was sich wie Pau anhört. Als die Sache nach einigem Palaver endlich klar zu sein scheint, strahlt der Restaurantchef wie ein Vollmond und ich widme mich wieder meinem sich langsam erwärmenden Bier.

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Don hat zwischenzeitlich bereits den ersten Teil ihrer Bestellung erhalten. In Thailand kennt man nämlich selten die europäische Sitte, dass allen Personen, die an einem Tisch sitzen, gleichzeitig ihr bestelltes Menü serviert wird. Für die Thai ist das nicht schlimm, denn jeder der sein Gericht noch nicht erhalten hat, greift sich ungeniert irgendetwas aus den herumstehenden Schüsseln der anderen Gäste und probiert es.

Dann wird diskutiert, ob das Gericht schmeckt, wie es vielleicht besser sein könnte oder welche der vielen Soßen am besten dazu passt. Nur um einmal zu probieren schlürfe ich mit meinem Löffel etwas von der Fischsuppe, in der ganze kleinere Garnelen und Fischstückchen in einem bräunlich-rötlichen Sud schwimmen.

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Die Suppe ist in einem Topf serviert, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Radon-Kuchenform hat, die auf einem Stövchen steht. Thai lassen sich Zeit beim Essen, und deshalb bleibt die dampfende Suppe in diesem heizbaren Behälter über längere Zeit warm. Suppe? Nein, das ist ein Gedicht, ein Fischsud, wie ich noch nie zuvor in meinem Leben genossen habe, einfach köstlich. Diensteifrig wird mir ein kleines Schüsselchen und eine Schöpfkelle gereicht, so dass ich meinen Löffel nicht mehr in die schmackhafte Tunke stecken muss.

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Doch wo bleibt nur mein Fisch? Schon lange hätte der doch fertig sein müssen. Hin und wieder werfe ich einen Blick zur Küche rüber, wo acht Köche ununterbrochen brutzeln, braten und irgendetwas aus einem der vielen dampfenden Kessel fischen.

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Am Rand des Gehwegs wird gegrillt und drei Frauen sind nur damit beschäftigt, Teller, Schüsseln und Schalen mit den fertigen Köstlichkeiten zu dekorieren. Sie füllen Soßenschälchen mit Tunke, waschen meist grünes Gemüse, zerkleinern es, stellen damit Menüs zusammen und packen alles mit dampfenden Reis auf Tabletts, die von hübsch gekleideten Bedienungen geschwind zu den hungrigen Gästen gebracht werden.

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Mein Fisch kommt aber immer noch nicht. Inzwischen habe ich die nächste Flasche Bier geordert, trinke, esse mal wieder etwas von der Fischsuppe und warte. Und dann kommt er. Mehr als eine halbe Stunde ist bereits vorüber und Don ist schon dabei sich hren Krebs genüsslich einzuverleiben.

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Da wird er also vor mir hingestellt. Doch wer beschreibt meinen Schreck, statt einen von beiden Seiten schön knusprig gebratenen oder gegrillten Fisch bekomme ich da so ein grauweißes Ungetüm serviert, dem das Ende von Zitronengras aus dem geöffneten Maul ragt. Don sieht mich an und strahlt. Arooi, sagt sie zu mir und meint damit, der Fisch sei lecker. Lecker? So ein grauweißes Viehzeug soll lecker sein? Ich deute mit dem Finger auf das Ungetüm, dessen Augen unter einer weißen Kruste verborgen sind. Sald, interpretiert Don meine stumme Frage, Sald, also Salz, sagt sie und mein Unbehagen steigert sich ins unermessliche.

Widerwillig begebe ich mich dann doch ans Sezieren und hebe vorsichtig mit Löffel und Gabel die völlig mit Salz verkrustete Haut an, klappe sie nach hinten und lege ein weißes und wunderbar duftendes schneeweißes Fleisch frei. Immer noch skeptisch koste ich ein Stück davon und meine Mine strahlt. Köstlich, einfach köstlich schmeckt der Fisch. Keineswegs nach Salz, wie ich erwartet habe, sondern ganz leicht nach Zitronengras, mit dem der ganze Fisch gefüllt ist und etwas nachsalzen muss ich sogar auch noch. Nie und nimmer hätte ich mir einen so zubereiteten Fisch bestellt. Nur die Kommunikationsschwierigkeit bei der Bestellung hat mir diese Köstlichkeit beschert. Das Warten hat sich also gelohnt.

Wie ich später erfahre wird der Salzfisch auf einem offenen, schwach glimmenden Holzkohlefeuer auf dem Rost ganz langsam gebraten, damit auch die Flossen nicht verbrennen und bis er gar ist, dauert das eben seine Zeit. Die Flossen habe ich aber nicht entsalzen und abgelutscht, auch nicht die Gräten durch den Mund gezogen, um auch das letzte Fitzelchen Fleisch nicht umkommen zu lassen. Den Fischkopf habe ich auch nicht seziert und gegessen und das hat bei dem aus der Ferne hin und wieder zuschauende Restaurantmanager bestimmt keinen guten Eindruck gemacht. Doch was soll das, mir hat es wunderbar geschmeckt und ich habe wieder einmal etwas hinzugelernt.

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Zum Schluss werden spaßeshalber noch alle Reste auf einen Teller gepackt und da die Krustentiere mit den Händen zerrissen und gegessen werden, wäscht Don ihre Hände zufrieden in einer bereit gestellten Schüssel.

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Als es ans Bezahlen geht, diskutieren unsere Freunde, wer denn nun sein Geld opfern will oder muß.

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Don und ich sind eingeladen. Man sieht es.

Übrigens, zu das Seafood – Restaurant Rabit ist in der Sueb Siri Road. Wenn man von der Mukhamontri Road kommt, überquert man die Bahnlinie, nach etwa 1 km liegt es rechtseitig an der Parallelfahrbahn.

In Korat schießen immer wieder neue Restaurants aus den Boden und viele Restaurants sind oft über Nacht geschlossen.

Deshalb können alle Angaben über Standorte unzuverlässig sein.

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