Schöne Aussichten?

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KoratCat
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Schöne Aussichten?

Beitragvon KoratCat » 12. Okt 2015, 09:50

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Heute, am 12. Januar 2009, hat die strahlende Vormittagssonne die für Thais eisige Lufttemperatur schon auf 26 Grad gebracht. Don friert und als wir aufbrechen, um uns die zwei hochgelegenen Aussichtspunkte zwischen dem Khao Yai und Thap Lan Naturpark anzusehen, friert sie immer noch.

Wir fahren über die Nationalstraße 304 über Pak Thong Chai und erreichen nach etwa 45 Minuten schon den Anfang der Passtrasse, die über die vor uns liegende Bergkette in die ostthailändische Tiefebene führt. Seit nunmehr vier Jahren wird diese wichtige Nord-Süd Verbindung vierspurig ausgebaut und wenn das Geld es zulässt, vielleicht noch in diesem Jahr fertigt gestellt wird.

Um den Motor nicht zu quälen, muss ich jetzt einen Gang zurück schalten. Trotzdem geht es zügig weiter und nach 15 Minuten sind wir bereits im Amphoer Wang Nam Khiao. Hier sind auf meinen Straßenkarten zwei Bergkuppen markiert, wo sich ein Aussichtspunkt befinden soll und da wollen wir hin.

Wollen ist gut gesagt. Leider können wir die Zufahrtstraße zu dem linkerhand aufragenden Khao Salat Dai nicht finden, denn es fehlt jegliches Hinweisschild. Da nützt es uns auch nichts, Einheimische zu fragen. Jeder weiß zwar etwas, doch niemand weiß etwas Genaues und so suchen wir erst einmal vergeblich.

Entnervt fahren wir deshalb den auf meiner Karte rechts der Fahrtrichtung eingezeichneten Khao Phaeng Ma an. Dieser Aussichtspunkt ist ausgeschildert. Wir fahren gemütlich etwas 10 km durch die hügelige Landschaft und finden auch auf Anhieb den Abzweig, der auf den Berg führt.

Nachdem wir etwa 1 km über eine Betonpiste mit schätzungsweise an die 20% Steigung gefahren sind, ist es vorbei mit der Gemütlichkeit. Ab jetzt geht es über eine unbefestigte Piste weiter. Während dessen Don ihre Augen schließt, weil sie als Flachlandkind mal wieder nicht in die sich tief auftuenden Schluchten schauen kann, muss ich mich voll auf die holperige Piste konzentrieren. Also sehen wir beide nichts von der schönen Umgebung.

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Irgendwann halten wir an einem Aussichtspunkt. Don darf sich etwas erholen und ich mache die ersten Bilder. Leider ist es hier oben auch gegen Mittag noch diesig und man kann deshalb die liebliche Landschaft unter uns kaum erkennen.

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Weiter geht es bergan und es dauert nicht allzu lange, bis wir an einem Gebäudekomplex ankommen, wo sich sogar ein Aussichtsturm befindet. Don will ihn sofort erklimmen, doch da ich sehe, dass die Bäume ringsherum mit ihren Blätterdächern jede Aussicht verhindern, lassen wir es.

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Stattdessen folgen wir den Wegweisern, die auf einen anderen Aussichtspunkt hinweisen. Doch auch da können wir kaum etwas von der weiter entfernt liegenden Landschaft erkennen und sind deshalb etwas enttäuscht.

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Nur einige Gewächse finden meine besondere Aufmerksamkeit.

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Dann entdecke ich zwei Fallen, ähnlich großer Mausefallen. Ob mit denen wohl Ratten gefangen werden?

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Dann entdeckt Don auf dem Rückweg, den wir über einen schmalen Fußpfad nehmen, den großen Fußabdruck eines Büffels.

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Büffel? Es gibt hier also noch wild lebende Büffel und somit bekommt der steinerne Büffel neben unserem Parkplatz auch seine Bedeutung und da auf meiner Karte dieses Fleckchen auch Bull Conservative Center bezeichnet wird, erweckt das meine Neugierde.

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Don befragt deshalb einen sich hier aufhaltenden Wald- oder Wildhüter, der gerade mit seinem Geländewägelchen los fahren will.

Ja, es gibt hier in den Wäldern wild lebende Büffel, die bedeutend größer und noch gewaltiger sind, als die domestizierten Wasserbüffel der Reisbauern.

Für den Fall, dass wir sie mal sehen wollen, bietet der Wildhüter eine Safari an. 5.000 Baht kostet so eine Tagestour zu den Weidegründen der Riesen. Erfolgsgarantie jedoch ausgeschlossen. Und dann zeigt der Mann uns Bilder von diesen Tieren und erzählt, dass er manchmal so ein Tier im Auftrag eines großen Hotels erschießt. Das wird dann mit einem Hubschrauber aus dem Dschungel geholt, zerlegt und nach Bangkok transportiert.

Ich höre das mit gemischten Gefühlen und denke mir, dass einige dieser Tiere im Korat Zoo zweckdienlicher sein könnten, statt auf den Teller reicher Snobs zu landen. Na ja, vielleicht kommt mal jemand auf die Idee, den Thailändern die Besichtigung dieser Büffel zu ermöglichen, ohne dass sie 5.000 Baht dafür bezahlen müssen.

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Wir fahren zurück, kommen in das Hochtal von Wang Nam Khiao und sehen uns da noch etwas um. Viele kleine Ressorts stehen hier in der lieblichen Gegend für Wochenendgäste und immer mehr Villen der Reichen zeugen von der Beliebtheit dieser Landschaft.

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Ein Weingut, welches jeden Tag geöffnet sein soll, ist heute geschlossen.

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Doch ich kann zumindest einige Fotos schießen.

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Wir kommen noch längs einem wunderbaren Stausee am Rande der Khao Yai Berge und dann fahren wir wieder zurück.

Es ist schon später Nachmittag, als wir dann doch noch die Auffahrt zu dem Aussichtspunkt auf dem Khao Salat Dai finden. Die betonierte Straße windet sich in Serpentinen den Berg hinauf.

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Leider verhindert das links und rechts stehende etwa drei Meter hohe Gras jeden Blick auf die Umgebung. Wir fahren wie durch eine Gasse.

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Oben angelangt, werden wir durch ein großes Schild vom Militär willkommen geheißen. Hier stehen einige Gebäude und ein großer Stahlturm, an dem einige Rundantennen befestigt sind.

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Es ist immer noch diesig und deshalb können wir die vielen kleinen Seen im Tal nur mehr erahnen, als erkennen und die sich in der Ferne erhebende Bergkette des Khao Yai ist völlig im Dunst verschwunden.

Nach einigen Minuten, in denen wir hier herumstromern, werden wir von drei bellenden Hunden begrüßt, worauf hin auch ein Bediensteter der Streitkräfte bei uns auftaucht. Er ist etwas erstaunt darüber, dass hier in dieser Einsamkeit fremde Menschen auftauchen. Nur selten verirrt sich jemand hier her, erklärt er Don und dann ist der Wächter der elektronischen Anlage auch schon wieder verschwunden.

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Wir verschwinden auch alsbald wieder und Don ist heilfroh dieser Einsamkeit zu entrinnen, denn wo keine Menschen sind, sind die Geister.

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Oder anders gesagt, es sind keine Menschen hier, weil hier in den Gräsern und Bäumen Geister sind. Deshalb hat sich auch der Wächter der technischen Anlagen sofort wieder mit seinen Hunden in sein Gebäude verzogen. Meint Don.

Gepostet am 13. Jan. 2009 um 13:09 Uhr von Werner Schwalm

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