Wang Nam Khiao

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KoratCat
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Wang Nam Khiao

Beitragvon KoratCat » 12. Okt 2015, 09:19

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Jeder der über die Nationalstraße 304 die Provinz Nakhon Ratchasima in südlicher Richtung verlässt, ist schon an dem Städtchen Wang Nam Khiao in den Bergen an der Nahtstelle zwischen dem Khao Yai und dem Tap Lan Naturpark vorbei gefahren. Kaum jemand hat hier jedoch eine Rast eingelegt, noch sich einmal in dieser Berggegend etwas umgeschaut.

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Beinahe hätten wir diese idyllische Berggegend auch nicht kennen gelernt, wenn uns nicht der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Eigentlich wollten Don und ich ja nur eine Stippvisite in den Tap Lan Naturpark machen. Wir wollen die bekannteste Einfahrt zu diesem Park nehmen und fahren bei strahlendem Sonnenschein los. Die Einfahrt liegt bereits in der Provinz Prachin Buri.

Etwa 100 km Straße liegen vor uns und Don ist etwas ängstlich. Nicht wegen der Entfernung, sondern weil sie noch nie in den Bergen war und schon mal gehört hat, dass es einem da wegen der Steigungen und vielen Kurven beim Fahren übel werden kann.

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Nach etwa 60 km verengt sich die Straße am Anfang der Berge von 4 auf 2 Spuren und trotzdem ich relativ langsam durch die Kurven den Anstieg nehme, beschleicht sie beim Blick in die Tiefe tatsächlich ein ungutes Gefühl. Placeboeffekt im negativen Sinn, denke ich und drossele die Geschwindigkeit. Über viele km hinweg ist die Bergstraße eine Baustelle. Sie wird derzeitig vierspurig ausgebaut. Deshalb wird man wohl in Zukunft die mühsam die Steigungen bewältigenden LKW gefahrlos überholen können, denn wegen der vielen Kurven und den rasant entgegenkommenden Fahrzeugen ist das jetzt nicht risikolos.

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Während ich von den steil aufragenden Bergen fasziniert bin, schließt Don die Augen. Sie hat Angst. Oben angelangt geht verläuft die Strecke zwar immer noch sehr kurvig, doch das Fahren ist etwas einfacher geworden.

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Don riskiert jetzt sogar hin und wieder einen Blick auf den bis an Straße reichenden Urwald und als sie sich sogar ihrer Wasserflasche widmet, denke ich, dass sie das Schlimmste überstanden hat.

Je weiter wir jetzt nach Süden kommen, desto bewölkter wird der Himmel und in der Ferne sieht es so aus, als ob sich die Wolken am Südrand der Berge stauen. Es sieht nicht nur so aus, es ist tatsächlich so. Wir passieren einige kleine Dörfchen und als es hinter der kleinen Stadt Wang Nam Khiao langsam wieder bergab geht, fängt es an zu nieseln. Ich bin nicht erfreut. denn jetzt regnet es in Strömen. Den Besuch des Tap Lan kann ich mir heute wohl von der Backe schminken, denn im strömenden Regen durch die Wälder laufen, das ist ja nun wirklich meine Sache. Beim besten Willen, soweit geht meine Liebe zur Natur ja auch nicht.

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Bei der nächsten Möglichkeit wenden wir und fahren zurück. Als am Straßenrand junge Bambusspitzen verkauft werden, muss ich anhalten. Don fragt nach dem Preis und kauft. 10 Baht kostet das Kilo, wohingegen man in Korat 50 Baht bezahlen muss. Da Dons Freundin mit ihrem Farang in Korat ein Restaurant betreibt, kauft sie eifrig einige dieser hornähnlichen Gebilde und die werden wohl in den nächsten Tagen auf der Speisekarte stehen.

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Wieder geht es jetzt in die Berge, doch die Straße verläuft bei weitem nicht so steil, wie auf der Nordseite des Gebirgszuges. Oben angelangt, scheint wieder die Sonne. Wir haben Hunger. Zwar stehen in und in der Nähe von Wang Nam Khiao Restaurants an der Straße, doch weil ich an diesem Tag noch etwas retten will, fahre ich in Wang Nam Khiao in eine Nebenstraße in Richtung des Khao Yai.

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Das ist keine schlechte Idee, denn schon nach wenigen km fahren wir durch eine liebliche Landschaft, die mich entfernt an die Mittelgebirge in Deutschland erinnert. Als wir dann ein kleines Restaurant finden und aussteigen, glaube ich sogar, nicht in Thailand zu sein.

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Ein Blick auf die Landkarte belehrt mich jedoch eines Besseren. Wir befinden uns hier am Ende eines Hochtales, das in etwa zwischen Pak Chong und dem nördlichen Eingang zum Khao Yai beginnt und hier in einer welligen Hochebene endet.

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Über die nur noch etwas höher liegenden Bergspitzen hinweg bläst von Südwesten fast so etwas, wie eine steife Brise und lässt Don erschauern. Sie friert. Weniger als 25 Grad schätze ich und atme die frische Luft in vollen Zügen. Was für eine Wohltat ist das und dann denke ich, hier müsste man wohnen.

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Genau so denken auch andere Leute, denn später sehen wir in dieser Bergregion noch viele schmucke Häuschen, die erahnen lassen, dass die wohl kaum von den hier mühsam ihr Leben fristenden Bauern gebaut wurden.

Auch eine unzählige Menge an schönen Stellen platzierte Unterkünfte, die man mieten kann, sowie viele Restaurants lassen darauf schließen, dass sich hier so etwas Ähnliches wie ein Luftkurort befindet. Weil ich Don, die sich jetzt etwas wohler fühlt, die steile Abfahrt in Richtung Pak Thon Chai ersparen will und weil mich die liebliche Gegend zwischen den Bergen fasziniert, fahren wir in Richtung Pak Chong.

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Wir haben richtig gehandelt, denn ein interessanter Eindruck jagt den anderen.

Zwischen frisch gepflügten Feldern, auf denen kürzlich Mais geerntet wurde, liegen grüne Obstplantagen, in denen im Wind flatternde weiße Fahnen die hungrigen Vögel vertreiben.

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Dann kommt mal wieder ein kleiner Palmenhain oder ein Dörfchen, wo an diesem schönen Donnerstagnachmittag buntes Marktreiben die Menschen aus der Umgebung anlockt.

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Wir passieren ein großes Weingut, wo die Rebstöcke in Reih und Glied stehen und so gepflegt sind, als ob sie an der Mosel stehen würden und fahren kilometerweit längs einem im Sonnenschein glitzernden See, der in keiner Landkarte zu finden ist.

All das liegt eingerahmt zwischen Hügeln und den manchmal drohenden Bergen des Khao Yai, fürwahr, eine Sehenswürdigkeit für jeden Naturliebhaber.

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Ein Wat sehen wir selten, doch es muss hier Wandermönche geben. Wir entdecken nämlich am Straßenrand eine von Felsen geschützte Schlafstätte und Don meint, dass hier Mönche übernachten, die auf ihrem Weg den nächsten Wat nicht am gleichen Tag erreichen würden.

Als wir dann das sanft abfallende Hochtal passiert haben, als langsam die Abenddämmerung beginnt und nur noch die Spitzen der Berge von der untergehenden Sonne beleuchtet werden, liegt eine unserer interessantesten Fahrten durch den Isaan hinter uns. Isaan ist halt nicht nur eine flache Ebene und Reisanbau. Man muss sich nur ein wenig außerhalb der geläufigen Wege bewegen.

Gepostet am 31. Juli 2008 um 10:48 Uhr von Werner Schwalm

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