Das Lam Samlai Reservoir

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Das Lam Samlai Reservoir

Beitragvon KoratCat » 10. Okt 2015, 14:00

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Der Lam Samlai Staudamm südwestlich von Phak Thon Chai, nahe der Straße 75020, die zum Lam Phloeng Dam führt, ist bislang mein schwierigster Fall. Zweimal habe ich vergeblich nach diesem Staubecken gesucht. Er war einfach weg, nicht zu finden. Zuhause habe ich dann später meine Landkarten eingesehen. Auf einer Karte war er auch weg, doch auf der anderen leuchtete er mir frech und blau entgegen. Kommt Zeit, kommt Rat, hab ich mir gedacht und wegen diesem Tümpel, der laut der Karte wo er drauf zu finden ist, einen etwa 1 km langen Damm hat, reiß ich mir kein Bein aus.

Nun begab es sich aber vor einigen Wochen, dass Herr Dogmai aus Deutschland zu Besuch in Korat war und gerne etwas von der Umgebung sehen wollte und von all den schönen Dingen in unserer Provinz hat er sich den Lam Phloeng ausgesucht. Als wir dann so auf der Dammkrone dieses Stausees stehen und unsere obligatorischen Fotos schießen, spiegelt sich doch in der Spätnachmittagsonne in der Ferne ein großes Wässerchen. Das ist der Lam Samlai, schießt es mir durch den Kopf. Es gibt ihn also doch.

Nachdem wir den Lam Phloeng besichtigt haben, wollen wir jetzt auch diesen Stausee aufsuchen. Zweimal verfahren wir uns. Die Straßen enden im Nichts, bevor wir an den See gelangen. Entmutigt will ich die Heimfahrt antreten, doch Herr Dogmai meint, wir könnten ja mal da um den komischen Berg fahren. Wir fahren drum herum und Herr Dogmai hat Recht mit seiner Vermutung. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir den Damm, schießen einige Aufnahmen und weil wir auch noch an sein Ufer kommen wollen, versuchen wir ihn zu umrunden.

Das hätten wir besser nicht getan, denn die auf der Karte gut sichtbare Straße wird gerade ausgebaut und so rutschen wir über mehrere Kilometer durch nassen Lehm. Dann geht auch der Sprit rapide zur Neige und deshalb eine Tankstelle suchen, ist wichtiger. Außerdem gibt es auch keine Stichstrasse zum Ufer und unsere Laune sinkt auf den Nullpunkt. Ok, wir schaffen es, denn in dieser Einöde findet Herr Dogmai tatsächlich eine Minnitankstelle mit Diesel, wo eine Frau uns gerade mal 5 Liter, mit der Handpumpe, gnädig in den Tank füllt.

Don ist nicht begeistert, als ich heute erneut zu diesem Stausee will, um ihn doch noch etwas genauer in Augenschein zu nehmen.

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Schon aus einigen km Entfernung erkennen wir von der 75029 aus, die uns von Pak Thong Chai hier her geführt hat, die Konturen des Berges, den wir neulich umfahren haben.

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Etwas später erkennt Don sogar an der rechten Straßenseite ein Hinweisschild wieder, dem wir folgen müssen.

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Es geht durch einen kleinen Ort. Wir halten uns links und dann sind wir da.

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Interessiert betrachten wir die schmalen Kähne, die einsam am Ufer liegen und vermutlich zum Fischfang dienen.

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Dann fahren wir an diesem schönen Haus vorbei und versuchen heute einmal die andere Uferseite zu erkunden.

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Don ist nicht begeistert, denn hier hat man zwar einen schönen Ausblich auf das Wasser, doch es stinkt hier fürchterlich. Kommt der Geruch von dem Abfall, der zwischen den Häusern liegt? Oder woher kommt der penetrante Gestank?

Später haben wir dann erfahren, warum an vielen Stellen diese Äste in Ufernähe stehen. Das Wasser hier ist voller kleiner Süßwassergarnelen, die etwa 2 cm lang werden. Die werden hier in Reusen gefangen, gekocht und verzehrt.

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Das Rätsel löst sich alsbald. Hier wohnen Fischer, die ihren Fang fermentieren. Dieses Produkt kennt jeder, der auch die Thaiküche kennt. Dieser fermentierte Fisch hier, lagert in großen Fässern, die zum Teil in der Sonne stehen und eben diesen Geruch entwickeln.

Gerne hätte ich etwas mehr über die Herstellung erfahren, doch Don ist nicht zu bewegen den Wagen zu verlassen und, obwohl es ihr nicht zu warm ist, stellt sie die Air auf volle Leistung

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Als die asphaltierte Straße endet, fahren wir wieder zum Damm zurück, wo ich noch einige Aufnahmen mache.

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Dann fahren wir über den langen Damm, um doch noch einmal an dessen Ende ein Blick auf das jenseitige Ufer zu werfen.

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Was sehen wir da? Zuerst fällt unser Blick auf eine im Gras liegende Frau. Ich bin mit dem Fotografieren nicht schnell genug, denn sie setzt sich umgehend hin.

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Was macht die denn hier? Und Don fragt sie danach, was sie denn hier macht. Erst einmal spuckt die Frau roten Betelnusssaft vor sich in das Gras, dann erzählt sie, dass sie auf die Enten aufpasst.

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Enten? Ja, jetzt sehe ich sie. Die schwimmen munter am Ufer entlang, erklimmen den Strand und suchen nach Futter.

Na ja, bei uns gibt es ja das Märchen von der Gänseliesel. Dies hier ist eben eine Entenliesel und das nicht im Märchen, sondern ganz real.

Nein, sie schlachtet die Enten nicht, sondern verkauft sie an die Manufaktur, die man am anderen Ende des Wassers sieht. Die kaufen gerne, denn diese Enten schmecken viel besser, als die, die die Leute da in ihren großen Ställen selber füttern. Doch nur die alten Enten verkauft sie. Die Jungtiere dürfen so lange leben, wie sie Eier legen. Etwa 40 Stück sammelt die Entenliesel jegen Morgen ein. Das sind weniger, als sie an Vorbestellungen hat.

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Zufällig kommen wir später noch an diesen Ställen vorbei und zufällig hab ich sie kurzum im Bild festgehalten.

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Über Sikhiu zurück in Richtung Korat, halten wir noch kurz an, denn der dortige, immer noch im Bau befindliche, Virhan glänzt so schön in der tief stehenden Sonne. Ein Anblick, der mich animiert, dort bald meinen fälligen Jahresbesuch zu machen.

Gepostet am 9. Juli 2009 um 18:45 von Werner Schwalm

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